Prinses Cunegonda von Saksen (1740-1826)

Die vergessenen Prinzessinnen von Thorn

Limburg hat schon immer eine große Anziehungskraft auf Adelige ausgeübt. Jahrhundert fanden unverheiratete, hochadelige Töchter europäischer Fürsten im Stift in Thorn eine exklusive Zuflucht. In diesem Miniaturstaat mit einer selbstgewählten königlichen Äbtissin wurden die jungen Damen auf die Ehe mit einem Mann von Rang vorbereitet. Sie lernten, sich auf Französisch auszudrücken, hatten Gesangsunterricht und organisierten Tanzabende. Ihre Seidenkleider waren der letzte Schrei in Paris und sie aßen exquisite Gerichte mit Silberbesteck. Die Französische Revolution setzte dieser Monarchie ein Ende. Ein Besuch der prächtigen Abteikirche in Thorn gibt jedoch noch immer einen Einblick in den Reichtum jener Zeit.

Die vergessenen Prinzessinnen von Thorn

Ab Sonntag, dem 3. Oktober, präsentiert das Limburgs Museum in Venlo die Ausstellung 'Die vergessenen Prinzessinnen von Thorn', um den Besuchern einen Eindruck vom Lebensstil dieser Stiftdamen zu vermitteln. Dies bietet einen einzigartigen Einblick in das Leben des europäischen Adels im achtzehnten Jahrhundert. Mit dieser Ausstellung durchbricht das Limburgs Museum auch die historische Unsichtbarkeit der Frau mit eigener Meinung. Star der Ausstellung ist Prinzessin Cunegundo von Sachsen (1740-1826). Diese königliche Äbtissin war eine kluge und mächtige Frau, die sich auf politische Weise äußerte. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen auch Prinzessin Polyxena von Hessen-Rheinfels-Rotenburg und Prinzessin Gabriella von Salm-Salm, deren Bedürfnis, ihren Status zu wahren, beinahe zu ihrem Untergang geführt hätte.
 

Prinses Cunegonda

Ehemaliges Fürstentum Thorn

Seit Jahrhunderten erhebt sich die gotische Abteikirche hoch über den malerischen weißen Häusern von Thorn. Die Kirche ist eines der letzten Zeugnisse des Mini-Fürstentums, in dem 33 Äbtissinnen über 800 Jahre lang das Zepter schwangen. Der Staat hatte eine eigene Gerichtsbarkeit und prägte sogar seine eigene Währung. Mit der Ankunft der Franzosen im Jahr 1794 ging das Fürstentum zu Ende. Wegen der immer noch weiß gestrichenen Häuser ist Thorn heute als "die weiße Stadt" bekannt, und es gibt noch viele Überreste aus der Zeit, als Thorn ein Fürstentum war.